Editorial, News

Die angemaßte Autorität der WHO und die Komplizenschaft der AAG-Leitung

Die Mai-Ausgabe der Zeitschrift Natürlich, die auch in Apotheken aufliegt, bringt unter dem Titel «WHO publiziert Ausbildungsstatus für Anthroposophische Medizin» einen Artikel, der nicht unbeachtet bleiben sollte:
Darin heißt es u.a.: «Die WHO verfolgt das Ziel der Qualitätssicherung traditio-
neller, komplementärer und integrativer Medizin. Dementsprechend wurden seit 2017 die Ausbildungsstandards für Anthroposophische Medizin gemäß WHO Kriterien in einem strengen internationalen Peer-Review-Verfahren begutachtet. ‹An dieser Darstellung können sich politische Entscheidungsträger/innen, Mitarbeitende im Gesundheitswesen und Ausbildungseinrichtungen orientieren›, erklärt Dr. Kim Sungchol, Leiter der WHO-Abteilung für traditionelle, komplementäre und integrative Medizin, im jetzt veröffentlichten Dokument ‹WHO Benchmarks for Training in Anthroposophic Medicine›.» –«‹Die nun von der WHO publizierten Ausbildungsstandards stehen ganz im Einklang mit den in der Anthroposophischen Medizin heute gültigen Ausbildungsrichtlinien›, sagt Dr. Matthias Girke, Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum (…) Im WHO-Dokument werden darüber hinaus alle zentralen Fachbegriffe der Anthroposophischen Medizin erläutert.»

Ein Beispiel für die Oberflächlichkeit des wiedergegeben angeblich anthroposophischen Menschenbildes: In der WHO Broschüre Benchmarks werden die vier unteren Wesensglieder des Menschen (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich) nivellierend pauschal als the four formative forces of the human being bezeichnet. P.21
Diese vier «formative forces» sollen umfassen: «I organization, Astral organization, Etheric organization, Physical Organization.» So wird der Kraft-Begriff allen vier Wesensgliedern übergestülpt. Eine oberflächlichere Pauschalisierung des problematischen Kraft-Begriffs ist kaum denkbar.
Die WHO usurpiert eine ihr nicht im Geringsten zustehende Funktion, Maßstäbe zu bilden für eine geisteswissenschaftliche Heilkunde. Das kann nur von dieser selbst gemacht werden. Dass «Anthroposophen» behilflich waren, diese «Maßstäbe» auszuarbeiten, macht die Sache nicht besser. Es zeigt nur, dass sie willens und bereit sind, sich in die diktatorischen Weltabsichten der WHO einbinden zu lassen.
Maßstäbe für eine sachgemäße Ausbildung auf einem anthroposophischen Fachgebiet können nur von diesem Fach selbst ausgearbeitet werden, niemals von einer nicht gewählten, selbsternannten Körperschaft mit offenbaren wirtschaftlichen und politischen Interessen. Darüber sollten keine pseudo-wissenschaftlichen Schlagwörter wie «interdisziplinär», «Qualitätssicherung» oder «Peer-Review-Verfahren» etc. hinwegtäuschen.
Auch das ziemlich am Anfang aufgelistete Glossar anthroposophisch-medizinischer Termini kann nur den Schein anthroposophischen Verständnisses erwecken.
Die WHO hat in den letzten Jahren u.a. aufgrund ihrer Beratung durch eine US-Public Relations-Firma2 ganz anderen Interessen als dem Gesundheitsinteresse der Menschheit gedient. Sie hat durch die von ihr empfohlenen Impfungen Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen gesundheitlich geschädigt oder getötet, und an diesen Schäden direkt oder indirekt Unsummen von Geld verdient.

Es steht der anthroposophischen Gemeinschaft frei, die ahrimanischen WHO-«Maßstäbe» wie ein Trojanisches Pferd dankbar aufzunehmen. Deren wahrer Charakter wird sich über kurz oder lang auswirken. Zum Aufwachen in allen Nationen für den wirklichen Charakter dieser menschenfeindlichen NGO bleibt noch ein knappes Jahr Zeit.
Die anthroposophische Gemeinschaft braucht sich von keiner äußeren Organisation «Maßstäbe» für ihr Wirken aufdrängen zu lassen. Das war zu keiner Zeit die Ansicht Rudolf Steiners. Seine Ansicht kommt vielmehr in Sätzen zu seinen Schülern wie folgenden zum Ausdruck: «Wir sollen als Anthroposophen der Welt begreiflich machen, dass wir da sind (…) Dann werden Sie einen Maßstab bekommen, was Menschen, die für ihre Sache eintreten wollen, tun für ihre Sache.»3

Thomas Meyer

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1 Siehe «WHO Benchmarks for Training in Anthroposophic Medicine» https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/366645/9789240067431-eng.pdf?sequence=1&isAllowed=y).

2 Hill&Knowlton, seit 8 Jahrzehnten bestehende und heute führende US-Werbefirma ist im Mai 2020 von der WHO beauftragt worden, die Publizität um Covid19 in die Hand zu nehmen. (Die Firma hatte 1990 mit «Erfolg» die Brutkastenlüge produziert, die den Irak-Krieg anfachte.) Hill&Knowlton schlugen der WHO vor, drei Ebenen von ‹Influencer› zu identifizieren: Prominente mit großer Anhängerschaft in den sozialen Medien, um sie für eine Verstärkung der WHO-Botschaften einzusetzen. Dann aber auch Personen mit kleinerer, aber engagierter Anhängerschaft und ‹versteckte Helden›. (siehe: Editorial März 2023, auf www.perseus.ch – dort weitere Quellen.)

3 Siehe den Vortrag Rudolf Steiners auf S. 19ff. dieser Ausgabe.